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Zum zweiten Mal in dieser Saison ist GTA mit dem Projekt RED EYE SERIES im FFT. Die RED EYE SERIES stellt erstmals in Deutschland eine Auswahl zeitgenössischer USamerikanischer und kanadischer Autoren in einer szenischen Textinstallation vor, die sowohl die kulturelle Herkunft der Werke als auch ihre theatralen Bedingungen untersucht. Wir gehen dabei von einem erweiterten Begriff von Theatralität aus, der mit dem Zusammenwirken von Inszenierung und Performance auf der einen Seite und der Wahrnehmung der Zuschauer auf der andere Seite spielt. Wie schon in der RED EYE SERIES im Dezember werden die Lesungen auch dieses Mal nicht auf der Bühne stattfinden. Dort befindet sich vielmehr eine Liegelandschaft aus Schaumstoff, auf der das Publikum Platz nimmt während die Schauspieler auf der Hinterbühne, im Zuschauerraum und in anderen umgebenden Räumen agieren und nur teilweise zu sehen, über Funkmikrofone aber immer zu hören sind.
Begleitet wird das Programm von vertiefenden Podiumsgesprächen und Publikumsdiskussionen, die sich mit gesellschaftlichen und theoretischen Fragestellungen im Spannungsfeld zwischen Europa und Amerika beschäftigen. Die Abende klingen im zur Airport-Lounge umgestalteten Foyer der Kammerspiele bei Live-Musik oder DJs aus.

Während europäische und insbesondere deutsche Kultur auf dem nordamerikanischen Kontinent überwiegend in Zerrbildern repräsentiert wird, verhält es sich in der Gegenrichtung nicht viel anders. Deutschen Theatermachern gilt, von wenigen Ausnahmen abgesehen, zeitgenössische amerikanische Dramatik weit gehend als nicht interessant. Dieser Umstand ist diskutierbar, bleibt in der gegenwärtigen Situation aber erstaunlich, eignet sich Theater doch in besonderer Art und Weise, die Heterogenität einzelner Kulturen abzubilden. Während Musik oder bildende Kunst als mehr universelle künstlerische Sprachen betrachtet werden können, zeigt Theater immer Spuren seiner genuinen Kultur auf und kommuniziert Situationen, die von der sozialen und politischen Prägung der gezeichneten Charaktere erzählen.

GTA beschäftigt sich seit sieben Jahren mit dem Austausch zwischen Theaterschaffenden auf beiden Seiten des Atlantiks. Die RED EYE SERIES fügen sich ein in die thematische Klammer NEW WEST, die sich GTA gesetzt hat, und wollen einen Beitrag zum europäisch-amerikanischen Dialog unter Theaterschaffenden leisten.